Samstag, 14. Mai 2011

Tipps und Mittel gegen den Kleinen Frostspanner

Bildquelle: Benedikt Gasch / www.pixelio.de
Der Kleine Frostspanner ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Forst - und Gartenschädlinge in
Nord- und Mitteleuropa. Diverse Kernobstkulturen, Beerensträucher, Waldbäume und Zierpflanzen zählen zu seinem großen Nahrungsspektrum. 
Wenn der unscheinbare Kleinschmetterling in Deinem Garten eingezogen ist, dann kann er große, irreparable Fraßschäden an zahlreichen Gewächsen anrichten. Damit Du dieses hartnäckige Schadinsekt effektiv beseitigst, sind rechtzeitige Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen notwendig.

Vorbeugung :
Der Kleine Frostspanner ist erst ab Mitte Oktober aktiv. Deswegen solltest Du spätestens Anfang Oktober mit den
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Vorbeugungsmaßnahmen beginnen. Um einen Befall des frostfreien Kleinschmetterlings an Obst- und Waldbäumen zu verhindern, kannst Du um die Stämme der Gehölze Leimringe möglichst dicht anlegen und diese mit dem beiligenden Bindedraht befestigen. Dabei solltest Du aufpassen, dass keine Lücken entstehen, weil die Hohllöcher von den in die Baumkronen kriechenden Frostspanner- Weibchen als Schlüpfstellen benutzt werden. Hohlstellen solltest Du entweder mit Ton oder mit Raupenleim ausstopfen. Ist die Baumrinde rissig, dann solltest Du die Borke vor dem Anbringen des Leimrings lückenlos plätten. Verwende keine gelben oder weißen Leimringe, da diese Farben auch nützliche Insekten ködern. Grüne oder blaue Leimfanggürtel eigenen sich am besten für die Vorbeugung gegen den Kleinen Frostspanner. Es empfiehlt sich, die Klebekraft der Fangringe regelmäßig zu kontrollieren und die daran haftenden Blätter und Insekten zu entnehmen. Es ist ebefalls ratsam, die Leimringe ab Mitte März abzulegen, damit diese nicht in die Baumrinde einwachsen. Manchmal legen die Frostspanner- Weibchen ihre Eier zur Not unter dem Leimring ab. Mit einer steifen Bürste kannst Du die Eier des Kleinen Frostspanners entfernen und somit eine Vermehrung des Schädlings vereiteln. Manche Hobbygärtner legen zwei Leimringe um den Stamm eines Baumes an. Der erste Fanggürtel wird  tiefer angebracht und der zweite Leimring wird etwas höher angelegt. Wenn Du Baumstützpfähle benutztst, dann solltest Du diese ebenfalls mit Leimfangürteln wappnen. Schadraupen- Leimringe sind im Fachhandel erhältlich. Viele Online-Versand- Shops bieten Leimringe von den Herstellern Neudorff, Schacht, Bayer und Celaflor. 

Bildquelle: Linda Dahrmann /
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Wenn Du dauerhaft einen Raupenbefall vermeiden möchtest, kannst Du dafür gezielt verschiedene Nützlinge einsetzen. Für hungrige Kohlmeisen, Blaumeisen und Amseln sind Frostspanner- Raupen eine attraktive Futterquelle. Sie nutzen die Larven zur Aufzucht ihres Nachkommens. Wenn Du Hühner hältst, dann kannst Du diese im Herbst ins Blumenbeet oder unter die Bäumen lassen, damit sie die Puppen des Kleinen Frostspanners aus dem Boden picken. Auf diese Weise verhindern die Federviecher einen Zuwachs des schädlichen Herbstfalters. Wenn Du keine Hühner hast, dann solltest Du die Rabatten und unter den Gehölzen gelegentlich durchhacken, vor allem im Frühsommer, wenn die Larven sich zu verpuppen beginnen. Im Frühjahr kannst Du die Frostspanner-Eier mit steifen Bürsten von der Baumrinde entfernen oder auf Zierpflanzen mit einer Lupe finden und ausmerzen. Blumen sind zierliche Pflanzen. Deshalb könntest Du die orangerot gefärbten Eier mit einer harten Zahnbürste abkratzen, damit sie nicht für Nachwuchs sorgen.
Bildquelle: Bettina Stolze / www.pixelio.de
Ab April kannst Du verstärkt Nützlinge einsetzen, um große Fraßschäden von Frostspanner- Raupen zu vereiteln. Raupenfliegen, Raubkäfer, Spinnen, Schlupfwespen eignen sich dafür genauso gut wie die oben erwähnten Hühner und Singvögel. Jedoch könnten Nebenfänge von Nützlingen manchmal gering ausfallen. Darum ist es zu empfehlen, einen potentiellen Larvenbefall bereits Ende September, Anfang Oktober mit Leim oder mit Leim bestrichenen Fanggürteln vorzubeugen. 

Die berühmten Leimringe, die für Präventation und Bekämpfung von Frostspanner- Raupen an Obst- und Waldbäumen eingesetzt werden, sind zu groß für die zarten Stängel der Ziergewächse. Stattdessen könntest Du probieren, vor dem Beginn der Eierablage die Stiele der Pflanzen mit Brunonia- Leim zu beschmieren. Somit werden die unflugfähigen Weibchen gehindert, auf die Pflanzen empor zu klettern, um sich dort mit den Männchen zu paaren und ihre Eier abzulegen. Diese Maßnahme ist sicherlich sehr mühsam, dennoch ist sie ein Versuch wert. Außerdem wirkt der Raupenleim gegen andere Spanner- Arten und gegen Blattläuse effektiv. Raupenleim wird ebenfalls vorbeugend an Obst- und Waldbäumen eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Kriechleimen ist der Brunonia- Raupenleim für nützliche Insekten weniger gefährlich, da diese wieder frei kommen können. 

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Gesunde Nutz- und Zierkulturen sind für Krankheiten und Schädlinge wesentlich weniger anfällig. Zur Abwehr gegen den Kleinen Frostspanner und zur Stärkung des Pflanzengewebes empfiehlt sich, das Pflanzenstärkungsmittel ENVIrepel zu verwenden. Die Inhaltstoffe des Präparats basieren auf hoch dosierter Knoblauchsubstanz. Durch den Knoblauchduft werden die Schadinsekte für zwei Wochen verscheucht. Dieses Pflanzenstärkungsmittel wirkt auch gegen Blattläuse, Blattwespen, Blütenstecher, Fruchtfliegen, Gespinstmotten, Kohlfliegen, Kohlmotten, Kohlweißlinge, Lauchmotten, Milben, Miniermotten, Minierfliegen, Möhrenfliegen, Obstmaden, Rüsselkäfer, Schildläuse, Schnaken, Schnecken, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen, Zikaden., Echten Mehltau, Falschen Mehltau, Grauschimmel, Kraut- und Braunfäule, Lederfäule. Allerdings solltest Du das Präparat alle 14 Tage vorbeugend anwenden.
Um den Befall von Frostspanner- Raupen schlagkräftig zu bekämpfen, kannst Du entweder auf chemisch hergestellte Pflanzenschutzprodukte zugreifen oder als ökologisch denkender Gärnter biologisch entwickelte Präparate verwenden.

Biologische Bekämpfung:
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Wenn Vorbeugungsmaßnahmen nicht wirkungsvoll einschlagen, dann ist eine Bekämpfungsmaßnahme fällig. Damit Du weder den betroffenen Pflanzen noch nützlichen Tieren schadest, ist es ratsam, den Raupenbefall mit einem biologisch entwickelten Präparat zu bekämpfen.
Wenn Du lediglich ein paar Raupen auf den Wirtspflanzen gesichtet hast, dann sammele die gefrässigen Schädlinge ab und behalte die Gewächse im Auge, um ein massives Auftreten rechtzeitig zu verhindern. Die befallenen Pflanzenteile solltest Du entfernen und entsorgen. Beim starken Frostspanneraufkommen ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels auf biologischer Basis sinnvoller. Zur biologischen Bekämpfung von Frostspanner- Larven an Zierpflanzen, Wald- und Obstbäumen eignet sich das Bio- Schädlingsfrei Neem- Präparat mit dem Wirkstoff Azadirachtin. Dieses natürliche Pflanzenschutzmittel ist vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassen und kann auch bei anderen Kulturen ausgenommen bei Birnen und Erdbeeren ebenso verwendet werden. Das biologisch entwickelte Schädlingsfrei Neem- Pflanzenschutzmittel  ist nicht bienengefährlich. Manche Hobbygärtner sind der Meinung, dass ölhaltige Präparate besser zur Prävention im Frühjahr vor dem ersten Blattaustrieb dienen, weil sie manchmal zur einer Verklebung der Pflanzenblätter führen. 
Wenn Du kein Geld für Präparate ausgeben möchtest, dann versuche die Raupen des Kleinen Frostspanners mit erprobten Hausmitteln zu vertreiben. Du könntest die befallenen Pflanzen mit Ruß oder Algenkalk bestreuen. Um Dein Gemüse vor den gefräßigen Larven zu bewahren, pflanze Knoblauch zwischen den anderen Nutzkulturen an. Es gibt Gartenfreunde, die Kaffeeersatz in der Nähe der Pflanzen streuen, damit sie auf diese Weise die Raupen verscheuchen.


Bildquelle: Helmut J. Salzer / www.pixelio.de
Chemische Bekämpfung:
Bei einer extremen Befallssituation bzw. wenn der Raupenbefall an Nutz- und Zierpflanzen trotz Vorbeugung und Bekämpfung mit biologisch entwickelten Präparaten nicht reduziert oder vollkommen beseitigt werden konnte, ist eine direkte Maßnahme mit einem zugelassenen, chemisch entwickelten Pflanzenschutzmittel nötig. Zur chemischen Bekämpfung von Frostspanner- Raupen werden etliche Insektizide in Gebrauch genommen. Insektizide sind chemisch hergestellte Pestizide, die zur Ausmerzung, Hemmung und Vertreibung von Insekten dienen. Zur Vertreibung und Abtötung von Frostspanner- Raupen an Nutz- und Zierpflanzen kannst Du Präparate auf der Basis des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis verwenden. Dazu zählt das Bt- Pflanzenschutzmittel Xentari von Neudorff , das im Gemüse-, Obst- und Weinbau eingesetzt werden darf. Dieses natürliche Insektizid ist sogar im ökologischen Anbau zugelassen. Einige Experten sind der Meinung, dass Xentari nur bei einem Schmetterlingsraupenbefall an Kernobstkulturen verwendet werden darf. Dieses Bt- Präparat soll in der Regel bei einer Witterung über 15 C˚ benutzt werden, um gefräßige Raupen effektiv zu bekämpfen, und ist auch im Ziergarten einsetzbar. Das Neudorff Raupenfrei Xentari- Pflanzenschutzmittel ist für Klein- und Hausgarten zugelassen und für Bienen nicht gefährlich. Für den Einsatz in der Forstwirtschaft ist das natürliche Bt- Insektizid Dipel ES erlaubt. Alle Präparate, die auf dem Bacillum thuringiensis basieren, gelten als natürliche Insektizide gegen
Bildquelle: Maria Lanznaster / www.pixelio.de
Schmetterlingsraupen und bestehen hauptsächlich aus getrockneten Bakterien-Sporen und kristallinen Endotoxinen. Der Bekämpfungserfolg hängt von der Aufnahmerate und der Entwicklungsphase des Pflanzenschädlings. Die Wirkungsdauer von diesem Pflanzenschutzmittel ist von den Witterungsbedingungen und Mikroorganismen sehr abhängig. Durch UV- Strahlung, Regen und Mikroorganismen kann die Wirkung von Bt- Präparaten abgebaut werden.
Ein weiteres natürliches Insektizid, das gegen Frostspanner- Raupen anwendbar ist, ist das Neudorff Spruzit Schädlingsfrei Spritzmittel. Das Präparat basiert auf Pyrethrum und Rapsöl und  kann gegen Raupenbefall an Zierpflanzen sowie an Gemüse und Obst im Freiland eingesetzt werden. Allerdings sind Pflanzenschutzmittel, die auf Pyrethrum  beruhen, für alle Insektenarten schädlich. Zur direkten chemischen Bekämpfung von Frostspanner- Raupen an Zierpflanzen stehen einige zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Dazu zählen der Gartenspray Calypso Perfekt und das Spritzmittel Calypso Perfekt AF. Beide Präparate sind jederzeit einsetzbar und schützen die Pflanzen vor Neubefall. Diese Pflanzenschutzmittel enthalten den Wirkstoff Thiacloprid und können bis zu 6 Wochen die Kulturen vor einem Raupenbefall bewahren. Jedoch sollte man den Gebrauch von chemischen Insektiziden auf das Nötigste reduzieren, denn sie stellen eine Gefahr sowohl für die befallenen Pflanzen als auch für Nützlinge und bestäubende Insekten dar. Wenn Du den Gartenspray Calypso Perfekt verwendest, dann achte darauf, dass Du nicht in Windrichtung stehst und somit die giftigen Chemikalien einatmest. Als kostengünstige Maßnahmen zur chemischen Vertreibung von Frostspanner- Raupen gelten das Bespritzen der Pflanzen mit Schmierseifenwasser und das Bestreuen mit Tabak- Asche.

Bildquelle: MICHAEL / www.pixelio,de
Tipps:
Wenn Deine Obstbäume oder Zierpflanzen im vergangenen Jahr vom Kleinen Frostspanner befallen waren, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Befall sich im darauffolgenden Jahr wiederholt, sehr hoch, vor allem wenn Du diesen Schädling nicht effektiv bekämpft hast. Im Sommer solltest Du dich auf der Suche nach Puppen machen, damit Du eine Massenvermehrung des Kleinen Frostspanners frühzeitig verhinderst.
Nützlinge sorgen in Deinem Garten für Gleichgewicht und beseitigen lästige Schädlinge. Nützliche Vögel  kannst Du ansiedeln, indem Du in Deinem Garten Nistkästen aufhängst. Um einen Befall von Kleinen Frostspanner zu vermeiden, ist es ratsam, Pflanzensorten zu kultivieren, die gegen das Schadinsekt widerstandsfähiger sind. Befinden sich weitere betroffene Kulturen in der Nähe, ist mit einem Befall an anderen Pflanzen früher oder später zu rechnen, weil die Mobilität der Forstspanner- Larven durch den Wind und ihre feinen Gespinnste unterstützt wird. 
Bevor Du eine Bekämpfungsmaßnahme durchführst, solltest Du zuerst die befallenen Blätter, Knospen, Blüten und Früchte entfernen und diese in den Hausmüll entsorgen oder verbrennen.  Es ist ratsam, die beschädigten Pflanzenteile nicht als groben Kompost weiter zu verwenden, weil unbeschädigte Schmetterlingseier sich noch auf den angefressenen Pflanzenteilen befinden könnten. Sowohl biologische als auch chemische Behandlungen müssen rechtzeitig erfolgen. Die beste Behandlungszeit ist nach der Eierablage oder wenn die Larven frisch geschlüpft sind. Die Früherkennung der Fraßschäden ist entscheidend für die effektiven Bekämpfung von Frostspanner-Raupen. Wenn Du den gefräßigen Schädling rechtzeitig bemerkt hast, dann ist es leichter, ihn zu bekämpfen. Wenn die Raupen die Wirtspflanzen bereits zusammengesponnen haben, dann hast Du den richtigen Moment  versäumt. 
Bildquelle : Jürgen Acker / www.pixelio.de
Bei dem geringsten Symptom eines weiteren Raupenbefalls muss die betroffene Pflanze mit einem Schutzmittel behandelt werden. Systematische Insektizide haben die Eigenschaft, auch versteckte Pflanzenschädlinge zu erreichen und die Nachkommenschaft abzutöten. Manche Präparate können eine schädliche Wirkung auf die Pflanzen haben. Dies gilt insbesonde für chemisch hergestellte Insektizide.

Fazit:
Damit die vorbeugenden Maßnahmen gegen den Kleinen Frostspanner wirkungsvoll einschlagen, solltest Du diese rechtzeitig, spätestens vor der Eierablage der Falterweibchen durchführen.Wenn die Präventionsmittel- und Methoden ohne Wirkung bleiben und bereits ein Raupenbefall vorhanden ist, dann ist eine direkte Bekämpfungsmaßnahme gegen den frostfreien Pflanzenschädling notwendig.
Eine biologische Bekämpfungsmaßnahme schadet nur den Frostspanner- Raupen, während der Einsatz von chemisch hergestellten Pflanzenschutzmitteln kann sowohl Wirtspflanzen als auch Nützlinge gefährden und beschädigen. Es ist ratsam, umweltfreundliche, nützlingschonende, pflanzenverträgliche und gut kompostierbare Präparate für die Bekämpfung des Kleinen Frostspanners zu verwenden, welche für die Behandlung keine Wartezeit benötigen.

                                                                                  Petia Ganeva
                                                                            












Donnerstag, 5. Mai 2011

Frostspanner an Akeleien

Bildquelle: Peter A / www.pixelio.de
Frostspanner sind eine echte Plage sowohl für landwirtlschaftliche Betriebe als auch für Hobbygärtner. Sie können große, irreparable Fraßschäden verursachen, wenn sie davon nicht abgehalten werden. Neben Kernobstkulturen, Beerensträuchern und Waldbäumen stehen Akeleien ebenfalls auf der Speisekarte der gefräßigen Frostspannerraupen.



Schädling:
Die meisten Fraßschäden an Akeleien werden durch den kleinen Frostspanner verursacht. Der Große Frostspanner ist etwas verhaltener. Die Frostspanner sind Vertreter der Schmetterlinge und gehören zu der Familie der Spanner. Im Herbst schlüpfen die Falter aus den Puppen aus. Die unflugfähigen Weibchen krabbeln an den Stielen der Akeleien hinauf und locken durch Duftsoffe die Männchen an. Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier an verschiedenen Pflanzenteilen ab. Während des ersten Blattaustriebs im Frühjahr schlüpfen die Frostspannerraupen und beginnen sofort zu fressen. Sie bleiben bis zur Verpuppung an den Akeleien. Die hellgrünen, gefräßigen Larven können auch auf nahestehende Bäume, Sträucher und Stauden gelangen. Diese Plagegeister produzieren feine Gespinnste und lassen sich an denen durch den Wind treiben. Auf diese Weise können die Raupen des Kleinen Frostspanners problemlos unbefallene Wirtpflanzen in der Nachbarschaft erreichen und sich zugleich vor Feinden hüten. Wenn der Fraß beendet ist, lassen sich die Raupen an einem Spinnfaden auf dem Boden herunter und dringen etwa 5 bis 15 cm. tief in die Erde. Dort verpuppen sie sich in lockeren Gespinnsten. Die Falterpuppen ruhen im Boden unter den Wirtpflanzen bis Oktober. Manche Raupen lassen sich auf der Erdoberfläche verpuppen und verbleiben dort. Im Herbst schlüpfen die neuen Schmetterlinge aus den Puppen und der Kreislauf beginnt erneut.

Schadbild:
Bildquelle: Lars Kunze
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Die Raupen des Kleinen Frostspanners sind von April bis Juni fraßaktiv. Sie sitzen meist versteckt an den Blatträndern, etwas auf der Unterseite, so dass man sie zuerst kaum erkennen kann. Während des ersten Austriebs können Frostspannerlarven die Blatt- und Blütenknospen der Akeleien vernichten. Der Laubaustrieb kann vollkommen abgefressen werden. Die Raupen durchlöchern die Blätter buchstäblich. Häufig fressen sie die ganzen Blätter bis auf die Blattgerippe weg. Die Frospannerlarven können auch die Staubblätter und die Blütenstempel zerfressen. Blätter und Blüten werden oftmals von den Frostspannerraupen mit Gespinnst überzogen. Somit können die katzenbuckeligen Larven ungestört fressen. Bei einem Maßenauftreten können Akeleien vollkommen kahl gefressen werden. Die Freßschäden von Frostspannerraupen schwächen die Zierkulturen, da der Laubverlust die Photosynthese der Pflanzen beeinträchtigt.

Bildquelle: Richard von Lenzano /
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Vorbeugung:
Wenn Du einen Raupenbefall dauerhaft vermeiden möchtest, kannst Du gezielt verschiedene Nützlinge einsetzen. Für hungrige Kohlmeisen und Blaumeisen sind Frostspannerraupen eine verlockende Futterquelle. Sie nutzen die Larven zur Aufzucht ihres Nachkommens. Wenn Du Hühner hältst, dann kannst Du diese im Herbst ins Akeleibeet lassen, damit sie die Puppen des Kleinen Frostspanners aus dem Boden picken. Somit verhindern die Federviecher einen Zuwachs des schädlichen Herbstfalters. Wenn Du keine Hühner hast, dann solltest Du das Akeleibeet gelegentlich durchhacken, vor allem im Frühsommer, wenn die Larven sich zu verpuppen beginnen. Im Frühjahr kannst Du versuchen, die Frostspannereier mit steifen Bürsten zu entfernen oder mit einer Lupe auszumachen. Akeleien sind zierliche Pflanzen. Daher könntest Du die orangerot gefärbten Eier mit einer harten Zahnbürste abkratzen, damit sie vernichtet werden. Ab April kannst Du wieder verstärkt Nützlinge einsetzen, um Fraßschäden von Frostspannerraupen zu vereiteln. Da Nebenfänge von Nützlingen manchmal gering ausfallen können, ist es sinnvoll, einen potentiellen Larvenbefall bereits Anfang Oktober mit Leim vorzubeugen. Die berühmten Leimringe, die für Vorbeugung und Bekämpfung von Frostspannerraupen an Obstbäumen eingesetzt werden, sind zu groß für die zarten Stängel der Akelei. Stattdessen könntest Du probieren, vor dem Beginn der Eierablage die Stiele der Pflanzen mit Brunonia- Leim zu beschmieren. Somit werden die unflugfähigen Weibchen gehindert, auf die Akeleien empor zu klettern, um sich dort mit den Männchen zu paaren und ihre Eier abzulegen. Diese Maßnahme ist sicherlich sehr mühsam, dennoch ist sie ein Versuch wert. Außerdem wirkt der Raupenleim gegen andere Spanner- Arten und gegen Blattläuse effektiv. Manche Hobbygärtner streuen Kaffeeersatz um die Akeleien, damit sie die Raupen vertreiben. All diese Maßnahmen könntest Du auch bei anderen Zierpflanzen durchführen, die von Raupen des Kleinen Frostspanners befallen sind.

Bekämpfung:
Bildquelle: Betty /
www.pixelio.de
Um den Raupenbefall schlagkräftig zu bekämpfen, kannst Du entweder auf chemisch hergestellte Pflanzenschutzprodukte zugreifen oder biologisch entwickelte Mittel verwenden. Bevor Du eine Bekämpfungsmaßnahme durchführst, solltest Du zuerst die angefressenen Blätter entfernen und diese in den Hausmüll entsorgen. Es ist ratsam, das beschädigte Blattwerk nicht als groben Kompost weiter zu verwenden, weil unbeschädigte Faltereier sich noch auf den Akeleiblättern befinden können. Sowohl biologische als auch chemische Behandlungen müssen rechtzeitig erfolgen. Die beste Behandlungszeit ist nach der Eierablage oder wenn die Larven frisch geschlüpft sind. Wenn die Raupen die Wirtpflanzen bereits zusammengesponnen haben, dann hast Du den richtigen Moment  versäumt.

Biologische Bekämpfung:
Bevor Du nach giftigen Chemikalien greifst, könntest Du als ökologisch denkender Gärtner den gefräßigen Schädling mit biologisch entwickelten Präparaten bekämpfen. Wenn es sich nur um ein paar Raupen handelt, dann kannst Du diese absammeln und die Zierpflanzen weiterhin im Auge behalten. Die befallenen Blätter solltest Du abschneiden und entsorgen.  Beim starken Frostspanneraufkommen, ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels auf biologischer Basis sinnvoller. Zur biologischen Bekämpfung von Frostspannerlarven an Akeleien eignet sich am besten das Bio- Schädlingsfrei Neem- Präparat mit dem Wirkstoff Azadirachtin. Dieses natürliche Insektizid ist vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassen und kann bei anderen Kulturen ausgenommen bei Birnen und Erdbeeren ebenso eingesetzt werden. Das biologisch entwickelte Schädlingsfrei Neem- Pflanzenschutzmittel  ist nicht bienengefährlich. Manche Hobbygärtner sind der Meinung, dass ölhaltige Präparate besser zur Prävention vor dem ersten Blattaustrieb 
im Frühjahr dienen.

Bildquelle: Jörg Siebauer /
Chemische Bekämpfung:
Bei einer extremen Befallssituation bzw. wenn der Raupenbefall an Akeleien trotz Vorbeugung und Bekämpfung mit biologisch entwickelten Produkten nicht reduziert oder beseitigt wurde, ist eine direkte Maßnahme mit einem zugelassenen, chemisch entwickelten Pflanzenschutzmittel dienlich. Die meisten chemischen Pflanzenschutzpräparate gegen Frostspanner eignen sich nur für Obstbäume. Zur direkten Bekämpfung der Frostspannerraupen an Akeleien stehen nur wenige zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Dazu zählen der Garten Spray Calypso Perfekt und das Spritzmittel Calypso Perfekt AF. Beide Präparate sind jederzeit einsetzbar und schützen die Pflanzen vor  Neubefall. Diese Pflanzenschutzmittel enthalten den Wirkstoff Thiacloprid und können bis zu 6 Wochen die Kulturen vor einem Raupenbefall behüten. Allerdings sollte man den Gebrauch von chemischen Insektiziden auf das Nötigste reduzieren, denn sie stellen eine Gefahr sowohl für Pflanzen als auch für Nützlinge und bestäubende Insekten dar. Präparate auf der Basis von Bacillus thuringiensis dürfen nur bei Kernobst eingesetzt werden.

Tipps:
Nützlinge sorgen in Deinem Garten für Gleichgewicht und beseitigen lästige Schädlinge. Um nützliche Vögel
Bildquelle: Joujou /
www.pixelio.de
anzusiedeln, wäre es ratsam, wenn Du in Deinem Garten Nistkästen aufhängst. Den Raupenbefall kannst Du effektiv bekämpfen, wenn Du rechtzeitig eingreifst. Um einen Frostspannerbefall an Akeleien zu vermeiden, könntest Du Sorten kultivieren, die für Insekten weniger anfällig sind. Hybridformen der Aquilegia vulgaris, wie zum Beispiel die Aquilegia „Ruby Port“, sind gegen Insektenbefall widerstandsfähiger. Befinden sich weitere befallene Kulturen in der Nähe, ist mit einem erneuten Befall an den Akeleien durch vom Wind angewehte Frostspannerlarven früher oder später zu rechnen.

Fazit:
Eine biologische Bekämpfungsmaßnahme schadet nur den Frostspannerraupen, während der Einsatz von chemisch hergestellten Pflanzenschutzmitteln kann sowohl Wirtspflanzen als auch Nützlinge gefährdern und beschädigen. Je mehr Du über den Kleinen Forstspanner weißt, desto besser könntest Du diesen hartnäckigen Schädling in den Griff bekommen. Hier kannst Du über den Kleinen Frostspanner mehr erfahren.

                                                                                                                                  Petia Ganeva

Kultivierung und Pflege von Akeleien

Bildquelle: RediSu / www.pixelio.de
Akeleien sind ein reizendes Schmuckstück für jeden Garten. Auf Grund ihrer Robustheit, Farb- und Wuchsformvielfalt können diese charmanten Zierpflanzen in den verschiedensten Lebensbereichen gut gedeihen und hinreißend zur Geltung kommen. Hier erfährst Du, wie Du diese wunderschönen Prachtstauden am besten kultivieren und pflegen kannst.

Lebensbereiche:
Die Akelei stellt in der Regel keine großen Ansprüche an ihre Umgebung. Sie ist eine robuste, frostharte und pflegeleichte Staude, die auf Grund ihrer Farb- und Wuchsformvielfalt in den verschiedensten Lebensbereichen gedeihen kann. Zwergakeleien eigenen sich für eine Kultivierung in Steingärten, Tonscherbengärten, in Geröllbeeten und als Topfpflanzen am besten. Mittel- und hochwüchsige Akeleien können viel Farben- und Formenreichtum ins Staudenbeet bringen. In Kombination mit anderen Stauden und Sommerblumen wirken diese anmutigen Zierpflanzen besonders attraktiv. Mittelwüchsige Akeleien fühlen sich auch in Steingärten wohl. Am Gehölzrand sehen hochwüchsige Akeleien bezaubernd aus.  Diese Prachtstauden machen sich ebenso schön in Blumenkübeln auf der Terasse. Akeleien sind nicht nur bei Gärtnern, sondern auch bei Floristen sehr beliebt. Auf Grund ihrer langen und kräftigen Stielen eignen sie sich sehr gut als Schnittblumen.

Lichtverhältnisse:
Halbschatten ist für die meisten Akeleien ideal. Diese robusten Stauden können auch in der Sonne gut gedeihen. Nur die Prallsonne vertragen sie auf Dauer nicht. Wenn Akeleien zu lange in der Prallsonne stehen, verblühen sie schneller. Eine Ausnahme macht hier die Aquilegia desertorum aus Arizona, die an Prallsonne, Trockenheit und Stauhitze prima gewöhnt ist.
Erdmischung:
Die meisten Akeleien benötigen einen feuchten, durchlässigen, humusreichen Boden. Sie können auch an trockenen Stellen im Garten überleben. Eine lehmige und kalkarme Erdmischung ist für diese Gartenpflanzen ideal.

Pflanzen:
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Wie die meisten Stauden werden Akeleien entweder im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt. Sie werden zu Zeiten pikiert, in denen das Laub entweder noch nicht zu sehen ist oder bereits unansehnlich geworden ist.  Beim Anpflanzen ist es wichtig, dass der Ballen gut durchwurzelt ist, damit sich die Staude besser und schneller etablieren kann. Jungpflanzen können problemlos draußen überwintern. Nur bei wenigen, aus dem Ausland importierten Akeleiarten wie bei der Aquilegia desertorum aus Arizona ist das Überwintern von Grünpflanzen draußen problematisch. Die Grünpflanzen werden in der Regel nach der Keimzeit pikiert und im Oktober an ihren endgültigen Standort gepflanzt.


Umpflanzen:
Generell solltest Du Akeleien vor oder erst nach ihrer Blütezeit umtopfen. Wenn Du vorhast, eine Akelei während ihrer Blütezeit umzupflanzen, dann solltest Du lieber darauf achten, dass der Wurzelballen unbeschädigt bleibt. Bei einer Umpflanzung während der Blütezeit  kann es vorkommen, dass die Akelei nicht mehr wieder kommt.

Gießen:
Bis zum Anwachsen solltest Du die Akelei regelmäßig gießen. Danach ist es ratsam, diese Staude nur bei Trockenheit mäßig zu bewässern. Staunässe solltest Du dabei vermeiden.

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Düngen:
Düngen ist bei ausreichendem Wurzelraum und nährstoffreichem Boden nicht unbedingt notwendig. Wenn der Boden arm an Nährstoffen ist, dann solltest Du die Pflanze selbstverständlich düngen. Dies gilt insbesondere, wenn Du eine Akelei als Topfpflanze kultivierst und der Wurzelraum auf Grund dessen wesentlich eingeschränkt ist.  Am besten versorgst Du deine Akeleien mit einem organischen oder mineralischen Mehrnährstoffdünger. Mit dem Hümix Bio Dünger oder mit dem organisch- mineralischen Flüssigdünger Guano von Biplantol kannst Du Deine Akeleien mit allen wichtigen Haup- und Spurennährstoffen beliefern. Ab Ende August ist es ratsam, die Düngung allmählich für die Kühlphase und Frostabhärtung zu beenden.

Schneiden:
Die meisten Akeleien blühen nur einmal, auch wenn man sie nach ihrer Blütezeit zurückschneidet. Wenn Du Dir keine Vermehrung von dieser Staude durch Selbstaussaat wünschst, dann solltest Du die Samenständer der Akeleien abschneiden, bevor sich diese geöffnet haben. In der Regel schneidet man diese Staude ab, wenn das Laub einzutrocknen beginnt. Wenn Du Dir aber eine Vermehrung der Akelei durch Selbstaussaat wünschst, dann solltest Du mit dem Zurückschneiden abwarten, bis die Samenstände reif geworden sind und die Saat herausgefallen ist.

Anzucht & Vermehrung:
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Akeleien kann man züchten, indem man Samen direkt ins Beet oder in einen Kasten aussäet. Man kann die Samen auch in Töpfe oder in Saatschalen aussäen. Die Saat bedeckst Du nur leicht mit Erde. Im Laufe der Zeit beginnen die Samen zu keimen. Die Keimzeit dauert etwa 3 Wochen. Die Jungpflanzen können problemlos draußen überwintern, da die Akelei eine robuste, frostharte Staude ist. Bis zur Blüte vergehen in der Regel ein bis zwei Jahren. Mit jedem Jahr blühen Akeleien wie die meisten ausdauernden, mehrjährigen, krautigen Gartenpflanzen immer üppiger. Die Akelei vermehrt sich meist und leicht durch Selbstaussaat. Eine Vermehrung durch Teilung des Wurzelstockes ist zwar möglich, aber nicht einfach, insbesondere wenn der Wurzelballen nicht mehrköpfig ist. Eine Vermehrung durch Aussaat ist leichter zu erzielen als eine Reproduktion durch Wurzelstockteilung durchzuführen.

Krankheiten & Schädlinge:
Manche Akeleien wie die Aquilegia artrata sind für Mehltau anfällig, insbesondere wenn der Boden komplett austrocknet. Die Akelei schmeckt den Schnecken generell nicht sehr gut, aber sie steht auf der Speisekarte der gefressigen Raupen des kleinen Frostspanners. Wie Du Frostspannerbefall an Akeleien am 
besten vorbeugen und bekämpfen kannst, erfährst Du hier.

Bildquelle: Cornerstone /
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Gestaltungstipps:
Akeleien geben mit anderen Gartengewächsen ein harmonisches und malerisches Bild ab. Sie harmonieren mit dem Vergissmeinnicht oder mit der Wald- Sternmiere besonders gut.   In Kombination mit Schneemarbel, Schnee- Hainsimse, Wiesenkerbel kommt die Akelei ebenfalls wunderschön zur Geltung. wirken sehr attraktiv. Zwischen Bodendeckern und Stauden wie Anemonen und Eisenhut wirken Akeleien sehr attraktiv. Zusammen mit Wiesensalbei geben manche Akeleien ein bezauberndes Bild ab. In Begleitung von Schlüsselblumen, Aurikeln, Kalppertopf, Küchenschnelle werden Akeleien besonders schön unterstrichen. Zwischen Tulpen, Narzissen oder Osterglocken fühlen sich Akeleien sehr wohl. Nach der Blütezeit können Akeleien mit ihrem Blattwerk Deinen Garten weiterhin reizvoll verschönern. Die schön geformten Fiederblätter der Akelei geben mit ihrem Lotuseffekt ein malerisches Bild ab.

Fazit:
Die Akelei ist eine frostharte und pflegeleichte Staude, die in den verschiedensten Bereichen gedeihen kann. Sie ist eine vielgestaltige Zierpflanze und  kann fast überall wunderschön zur Geltung kommen. Ob im Garten, auf dem Balkon, auf der Terasse oder in der Vase, alleine oder in harmonischer Begleitung anderer gärtnerischen Zierpflanzen verzaubert diese anmutige Staude durch ihre elfenhaften, extravagant gefärbten Blüten und schön geformtes Blattwerk mit einem aufsehenerregenden Lotuseffekt. Diese botanische Rarität ist ein zauberhafter Blickfang und eine herrliche Bereicherung für jedes Heim und Garten. 
             
                                                                                                                            Petia Ganeva
                                                                                                                           

Die Akelei- elfenhaft & farbenprächtig

Bildquelle: Harry Hautumm / www.pixelio.de
Wenn Du auf der Suche nach einer passenden Staude für einen halbschattigen Standort bist, dann könnte die Akelei die richtige Zierpflanze für Dich sein.

Tradition & Geschichte:
Die Akelei ist eine edel und vornehm wirkende, winterharte Staude, die zu der Familie der Hahnenfußgewächsen zählt. Ihr botanischer Name lautet Aquilegia und ist vom lateinischen Wort Aquila („Adler“)  abgeleitet. Die Benennung bezieht sich auf die Blütensporne der Pflanze, welche eine gewisse Ähnlichkeit mit Adlerkrallen aufweisen. Die Akelei ist auch unter den Namen Elfenschuh, Zigeunerglocke, Teufelsglocke, Kaiserglocke, Narrenkappe bekannt. Sie hat eine lange Gartentradition und Geschichte. Die naturgeschützte und bekannteste Aquilegia vulgaris gehört zusammen mit der Madonnenlilie zu den bedeutendsten Blumen in der christlichen Mythologie. Im Mittelalter wurde die Gewöhnliche Akelei als Heilmittel gegen Verdaungsprobleme, Rheuma, Gicht, Läuse und andere Hautparasiten verwendet. In der Zeit der Reformation galt diese Akelei als Symbol der Bescheidenheit.

Besonderheit:
Die Akelei ist leicht giftig, weil sie in verschiedenen Pflanzenteilen, vor allem in den Samen, in den Wurzeln und in den Stielen, Magnoflorin und Blausäure- Glykoside enthält. Blausäure- Glykoside sind organische Pflanzengifte, mit denen sich  Pflanzen vor Tierfraß schützen. Diese können in hoher Konzentration Hautreizungen und Nekrosen verursachen. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Atemnot sind die klassischen Symptome einer Vergiftung durch Blausäure- Glykoside. Die Akelei enthält eine geringe Menge an Blausäure- Glykosiden, um eine gefährliche Vergiftung zu bewirken. Selbst Frostspannerraupen fürchten sich nicht davor.  Sie können Akeleien vollkommen kahl fressen, wenn sie nicht gestört werden.

Pflanzenmerkmale:
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Der Elfenschuh ist eine mehrjährige Prachtstaude mit verzweigten, langen Stielen, feingegliederten Blüten und dreilappigen, gekerbten Fiederblättern. Die Blüten weisen in der Regel 5 Sepale und eine Blütenkrone auf. Akeleien ohne Blütensporne sind eine Seltenheit. Es gibt gefüllte und nicht gefüllte, einfarbige und zweifarbige Blüten. Manche Hybridformen wie die gefüllte Aquilegia Fashion Statement, welche von Monika Höck aus Österreich kreiert wurde, haben sogar dreifarbige Blüten. Typische Merkmale für diese Pflanzengattung sind die fünf Blütensporne, die nickende Blütenhaltung und die intensive Färbung der elfengleichen Blüten. Diese pflegeleichte, krautige Zierpflanze wächst in verschiedenen Größen.Viele Akeleien können eine Höhe  zwischen 40 und 80 cm. erreichen. Es gibt Zuchtformen, die wesentlich höher wachsen können. Im Garten von Familie Höck aus Österreich gedeiht eine Hybridsorte, die 165 cm. hoch ist. Man kann auch kleinwüchsige Akeleien treffen. Die kleinste Akelei stammt aus Rocky Mountains und heißt Aquilegia jonesii. Sie kann nur zwischen 5 und 8 cm hoch werden.

Blütezeit:
Die Akelei ist eine ausdauernde, mehrjährige, krautige Pflanze. Sie blüht und fruchtet in jedem Jahr erneut. Ihre Blütezeit liegt zwischen April und Juli. Im August reifen die Samen aus. Im Herbst zieht dieses Ziergewächs allmählich ein. Im Winter ruht die Akelei unter der Erdoberfläche in Form von Rhizomen (Wurzelstöcken) und im Frühjahr treibt sie aus den Überwinterungsknospen wieder neu aus. Manche Akeleien wie die  Aquilegia jonesii haben die Eigenschaft, bereits Anfang April zu blühen. Aquilegia formosa aus Nordamerika, Aquilegia buergeriana aus Japan und Aquilegia grahamii aus Utah können manchmal bis in den September nachblühen.

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Verbreitung & Lebensbereiche:
Die Akelei gedeiht sowohl im Freiland als auch in Gärten und ist ein wahrer Kosmopolit. Sie ist auf mehren Kontinenten heimisch. Wild- und Zuchtarten dieser abenteuerlichen Prachtstaude kannst Du in den USA, Mexiko, Kanada, Frankreich, Spanien, Russland, in der Mongolei, Italien, Österreich, Bulgarien, Pakistan, Nordindien, Deutschland, Frankreich usw. finden. Zu den bekanntesten Akeleiarten, die oft als Elternpflanzen bei Kreuzungen eingesetzt werden, zählen die Aquilegia vulgaris, Aquilegia einseleana und Aquilegia discolor aus Mitteleuropa, die gelbe Aquilegia chrysantha aus Mittelamerika, die rote Aquilegia canadensis aus Nordamerika, die schwarzrote Aquilegia artrata aus Mitteleuropa, die nach grünen Äpfeln duftende Aquilegia fragrans aus Himalaya, die großblütige Zwergakelei Aquilegia saximontana aus Rocky Mountains und die Aquilegia caerulea aus Kolorado. Nur wenige Akeleiarten sind in Europa beheimatet. Aquilegia alpina, Aquilegia artrata, Aquilegia barbaricina, Aquilegia bertoloni, Aquilegia discolor, Aquilegia einseleana, Aquilegia nuragica, Aquilegia pyrenaica, Aquilegia vulgaris sind die meist verbreiteten Akeleien in Europa. Während die Akeleiarten aus Mitteleuropa meist in verschiedenen Blau- und Violett- Tönen blühen, trägt ihre Verwandschaft aus Nord- und Mittelamerika vorwiegend gelbe und rote Blütenröckchen.

Arten & Unterarten:
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Obwohl die Akeleigattung relativ klein ist, ist ihre Vielfalt an Blütentypen und Färbungen enorm groß. Zu den bezauberndsten Arten gehören die Aquilegia McKana, die gelbe Aquilegia hinckleyana aus Amerika, Aquilegia glandulosa aus Russland, Aquilegia olympica aus Griechenland, Aquilegia chaplineli aus New Mexico, Auilegia aurea aus Bulgarien usw.  Die Aquilegia aurea ist die einzige Akeleiart aus Europa, die gelbe Blüten hat. Auch Hybridformen der Akelei sind ein zauberhafter Blickfang. Besonders beliebt sind die Akeleikreuzungen Aquilegia „Ruby Port“, Aquilegia „Crimson Lady“, Aquilegia „Ministar“, Aquilegia „Spring Magic Blue“, Aquilegia „Maxistar“, Aquilegia „Dragonfly“, Aquilegia „Blackcurrant Ice“, Aquilegia „Black Barow”, Aquilegia „Kristall“, Aquilegia „Rotstern“. Diese Akeleiformen kannst Du im Online- Versand bestellen. Sie sind als Topfpflanzen zu beziehen.

Fazit:
Akeleien sind ein reizendes Schmuckstück für jeden Garten, die sich gern selbst aussamen und leicht vermehren. Auf Grund ihrer Robustheit, Farb- und Wuchsformvielfalt können diese charmanten Zierpflanzen in den verschiedensten Lebensbereichen gut gedeihen und herrlich zur Geltung kommen. Die meisten Akeleiarten sind leider in europäischen Gärten selten anzutreffen und nur wenige Zuchtformen sind im Fachhandel erhältlich. Raritäten sind lediglich über Umwege zu bekommen. Wie Du diese anmutige Prachtstaude am besten kultivieren und pflegen kannst, erfährst Du hier.
                                                                                                           
                                                                                                          Petia Ganeva
                                                                                                                       

Tipps und Mittel gegen die Kräuselkrankheit beim Pfirsich

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Die Kräuselkrankheit an Pfirsichen ist ein Massenphänomen in den Haus- und Kleingärten Deutschlands. Viele Hobbygärtner versuchen verzweifelt, mit verschiedensten Methoden diese hartnäckige Pilzerkrankung zu bekämpfen und versagen. Eine wirkungsvolle Vorbeugung der Kräuselkrankheit ist nur zum Zeitpunkt des Knospenschwellens möglich. Um diesen penetranten Schadpilz schlagkräftig in den Griff zu bekommen, kannst Du entweder auf chemisch hergestellte Pflanzenschutzprodukte zugreifen oder biologisch entwickelte Pflanzenstärkungsmittel anwenden. Bevor Du aber eine Bekämpfungsmaßnahme durchführst, solltest Du zuerst die erkrankten Blätter, Triebe und Früchte entfernen und diese sachgerecht entsorgen oder verbrennen. Es ist ratsam, das infizierte Blattwerk nicht als groben Kompost weiter zu verwenden. Sowohl biologische als auch chemische Behandlungen müssen rechtzeitig und beim trockenen Wetter erfolgen.

Biologische Vorbeugung & Bekämpfung:
Bevor Du nach giftigen Chemikalien greifst, könntest Du zuerst versuchen, den Schadpilz mit biologischen Pflanzenstärkungsmitteln zu bekämpfen. Dafür eignet sich am besten das Neudo- Vidal Obst- Pilzschutzmittel. Das Bio- Spritzmittel gegen Echten Mehltau und der Ackerschachtelhalm kommen ebenfalls gut zum Einsatz gegen die Kräuselkrankheit. Allerdings solltest Du vor der ersten Behandlung die erkrankten Blätter abflücken und die dürren, verkrümmelten Zweige zurückschneiden. Anschließend besprühst Du die ganze Baumkrone von allen Seiten. Vom ersten Anschwellen bis zum endgültigen Öffnen der Knospen sollten in der Regel drei Spritzungen in ein- bis zweiwöchigem Abstand realisiert werden. Ist die Krone Deines Pfirsichbaumes zu dicht, solltest Du diese auslichten, da zu dichte Baumkrone ebenfalls zu einer Erkrankung durch den Pilz „Taphrina Deformans“ beitragen könnte.
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Als weitere Vorbeugungsmaßnahme empfiehlt die Bayerische Gartenakademie das Unterpflanzen von Knoblauch, Meerrettich und Kapuzinerkresse. Das Übersprühen mit Schachtelhalmtee sollte ebenfalls einen pflanzenstärkenden Effekt auf den Prunus Persica haben.  Einige Hobbygärtner verwenden ein Hausrezept, um die Kräuselkrankheit vorzubeugen und bekämpfen. Sie besprühen ihre Pfirsichbäume mit einer Mischung aus Magermilch und Wasser zu gleichen Teilen. Dieses hausgemachte Gemisch soll auch bei bereits befallenen Obstkulturen wirken. Andere Gartenfreunde benutzen wiederum statt Milch den handelsüblichen Essig, da der Essig bekannterweise die Pilze vertreibt.

Chemische Vorbeugung & Bekämpfung:
Das einzige chemische Pflanzenschutzmittel gegen die Kräuselkrankheit, das gemäß § 15. Abs. 2 Nr. 3 des
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PflSchG vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für den Gebrauch im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen ist, heißt Duaxo Universal Pilzspritzmittel. Das Mittel kann eine nachhaltige schädliche Wirkung auf Wasserorganismen und fließende Gewässer haben. Daher solltest Du Abfälle, Behälter und Verpackungen in gesicherter Weise entsorgen. Spritzmittelreste sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten dürfen nicht über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe ebenso wie über Regen- und Abwasserkanäle in Gewässer gelangen. Die Behandlung mit dem chemischen Mittel solltest Du drei bis vier Mal im Abstand von zwei bis drei Wochen wiederholen.  Das Betreten von besprühten Flächen und das Anfassen von behandelten Pflanzen sind erst nach dem Abtrocknen des Duaxo Spritzmittels zu empfehlen. Als alternatives chemisches Spritzmittel zum Duaxo Universal verwenden manche Haus- und Kleingartenbesitzer eine selbsthergestellte Mixtur aus handelsüblichem Essig ( 3%) und Wasserstoffperoxid ( 3% ) im Verhältnis 1:1. Die Spritzung sollte möglichst früh, bei Lufttemperaturen über 10 C˚ erfolgen, bevor sich die Knospen lockern. Einige Gartenliebhaber besprühen damit ihre Pfirsichbäume bereits im Spätherbst oder im Frühwinter, erst nachdem das Laub abgefallen ist, weil diese Obstkulturen am vorjährigen Holz blühen und fruchten. Die Bahandlung mit dem Duaxo Universal Spritzmittel soll erst beim Knospenschwellen erfolgen. Man sagt nach, dass das industriell hergestellte Pflanzenschutzmittel auf chemischer Basis die auskeimenden Pilzzellen bekämpft und die hausgemachte Mischung gegen die ruhenden Pilzhyphen auf den Trieben wirkt.

Tipps:
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Wenn Dein Pfirsichbaum bereits von der Kräuselkrankheit befallen ist, solltest Du alle infizierten Baumteile abschneiden und die Krone neu auslichten.  Um die erkrankte Obstkultur zu stärken, ist es ratsam, einen organischen oder mineralischen Langzeitdünger zu verwenden.  Zusätzlich solltest Du die vom Schadpilz betroffene Pfirsichpflanze mit biologischen Stärkungsmitteln weiter behandeln, um die Widerstandsfähigkeit des Baumes zu stützen und zugleich die Krankheit zu bekämpfen.
Bei einer Behandlung des Baumes mit chemischen Spritzmitteln, ist es ratsam, eine Schutzbrille zu tragen, um die Augen vor den schädlichen chemischen Lösungen zu schützen.

Fazit:
Es ist wichtig, dass Du zum richtigen Zeitpunkt und sachgerecht die Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen durchführst, wenn Du Deine Pfirsichpflanze dauerhaft vor der hartnäckigen Kräuselkrankheit schützen willst. Selbst wenn Dein Prunus Persica bereits vom Schadpilz befallen ist, ist es möglich, mit einer rechtzeitigen Behandlung und  kontinuierlichen Pflege ihn zu retten.

                                                                                                    Petia Ganeva