Donnerstag, 5. Mai 2011

Tipps und Mittel gegen die Kräuselkrankheit beim Pfirsich

Bildquelle: margrit22 / www.pixelio.de
Die Kräuselkrankheit an Pfirsichen ist ein Massenphänomen in den Haus- und Kleingärten Deutschlands. Viele Hobbygärtner versuchen verzweifelt, mit verschiedensten Methoden diese hartnäckige Pilzerkrankung zu bekämpfen und versagen. Eine wirkungsvolle Vorbeugung der Kräuselkrankheit ist nur zum Zeitpunkt des Knospenschwellens möglich. Um diesen penetranten Schadpilz schlagkräftig in den Griff zu bekommen, kannst Du entweder auf chemisch hergestellte Pflanzenschutzprodukte zugreifen oder biologisch entwickelte Pflanzenstärkungsmittel anwenden. Bevor Du aber eine Bekämpfungsmaßnahme durchführst, solltest Du zuerst die erkrankten Blätter, Triebe und Früchte entfernen und diese sachgerecht entsorgen oder verbrennen. Es ist ratsam, das infizierte Blattwerk nicht als groben Kompost weiter zu verwenden. Sowohl biologische als auch chemische Behandlungen müssen rechtzeitig und beim trockenen Wetter erfolgen.

Biologische Vorbeugung & Bekämpfung:
Bevor Du nach giftigen Chemikalien greifst, könntest Du zuerst versuchen, den Schadpilz mit biologischen Pflanzenstärkungsmitteln zu bekämpfen. Dafür eignet sich am besten das Neudo- Vidal Obst- Pilzschutzmittel. Das Bio- Spritzmittel gegen Echten Mehltau und der Ackerschachtelhalm kommen ebenfalls gut zum Einsatz gegen die Kräuselkrankheit. Allerdings solltest Du vor der ersten Behandlung die erkrankten Blätter abflücken und die dürren, verkrümmelten Zweige zurückschneiden. Anschließend besprühst Du die ganze Baumkrone von allen Seiten. Vom ersten Anschwellen bis zum endgültigen Öffnen der Knospen sollten in der Regel drei Spritzungen in ein- bis zweiwöchigem Abstand realisiert werden. Ist die Krone Deines Pfirsichbaumes zu dicht, solltest Du diese auslichten, da zu dichte Baumkrone ebenfalls zu einer Erkrankung durch den Pilz „Taphrina Deformans“ beitragen könnte.
Bildquelle: Kurt /
www.pixelio.de
Als weitere Vorbeugungsmaßnahme empfiehlt die Bayerische Gartenakademie das Unterpflanzen von Knoblauch, Meerrettich und Kapuzinerkresse. Das Übersprühen mit Schachtelhalmtee sollte ebenfalls einen pflanzenstärkenden Effekt auf den Prunus Persica haben.  Einige Hobbygärtner verwenden ein Hausrezept, um die Kräuselkrankheit vorzubeugen und bekämpfen. Sie besprühen ihre Pfirsichbäume mit einer Mischung aus Magermilch und Wasser zu gleichen Teilen. Dieses hausgemachte Gemisch soll auch bei bereits befallenen Obstkulturen wirken. Andere Gartenfreunde benutzen wiederum statt Milch den handelsüblichen Essig, da der Essig bekannterweise die Pilze vertreibt.

Chemische Vorbeugung & Bekämpfung:
Das einzige chemische Pflanzenschutzmittel gegen die Kräuselkrankheit, das gemäß § 15. Abs. 2 Nr. 3 des
Bildquelle:Rita Köhler / www.pixelio.de
PflSchG vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für den Gebrauch im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen ist, heißt Duaxo Universal Pilzspritzmittel. Das Mittel kann eine nachhaltige schädliche Wirkung auf Wasserorganismen und fließende Gewässer haben. Daher solltest Du Abfälle, Behälter und Verpackungen in gesicherter Weise entsorgen. Spritzmittelreste sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten dürfen nicht über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe ebenso wie über Regen- und Abwasserkanäle in Gewässer gelangen. Die Behandlung mit dem chemischen Mittel solltest Du drei bis vier Mal im Abstand von zwei bis drei Wochen wiederholen.  Das Betreten von besprühten Flächen und das Anfassen von behandelten Pflanzen sind erst nach dem Abtrocknen des Duaxo Spritzmittels zu empfehlen. Als alternatives chemisches Spritzmittel zum Duaxo Universal verwenden manche Haus- und Kleingartenbesitzer eine selbsthergestellte Mixtur aus handelsüblichem Essig ( 3%) und Wasserstoffperoxid ( 3% ) im Verhältnis 1:1. Die Spritzung sollte möglichst früh, bei Lufttemperaturen über 10 C˚ erfolgen, bevor sich die Knospen lockern. Einige Gartenliebhaber besprühen damit ihre Pfirsichbäume bereits im Spätherbst oder im Frühwinter, erst nachdem das Laub abgefallen ist, weil diese Obstkulturen am vorjährigen Holz blühen und fruchten. Die Bahandlung mit dem Duaxo Universal Spritzmittel soll erst beim Knospenschwellen erfolgen. Man sagt nach, dass das industriell hergestellte Pflanzenschutzmittel auf chemischer Basis die auskeimenden Pilzzellen bekämpft und die hausgemachte Mischung gegen die ruhenden Pilzhyphen auf den Trieben wirkt.

Tipps:
Bildquelle: Kurt Bouda /
www.pixelio.de
Wenn Dein Pfirsichbaum bereits von der Kräuselkrankheit befallen ist, solltest Du alle infizierten Baumteile abschneiden und die Krone neu auslichten.  Um die erkrankte Obstkultur zu stärken, ist es ratsam, einen organischen oder mineralischen Langzeitdünger zu verwenden.  Zusätzlich solltest Du die vom Schadpilz betroffene Pfirsichpflanze mit biologischen Stärkungsmitteln weiter behandeln, um die Widerstandsfähigkeit des Baumes zu stützen und zugleich die Krankheit zu bekämpfen.
Bei einer Behandlung des Baumes mit chemischen Spritzmitteln, ist es ratsam, eine Schutzbrille zu tragen, um die Augen vor den schädlichen chemischen Lösungen zu schützen.

Fazit:
Es ist wichtig, dass Du zum richtigen Zeitpunkt und sachgerecht die Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen durchführst, wenn Du Deine Pfirsichpflanze dauerhaft vor der hartnäckigen Kräuselkrankheit schützen willst. Selbst wenn Dein Prunus Persica bereits vom Schadpilz befallen ist, ist es möglich, mit einer rechtzeitigen Behandlung und  kontinuierlichen Pflege ihn zu retten.

                                                                                                    Petia Ganeva
                                                                                       

Kräuselkrankheit beim Pfirsich

Bildquelle: Peter von Bechen / www.pixelio.de
Selbst angebautes Obst bereitet nicht nur viel Freude, sondern sorgt für ein hervorragendes Geschmackerlebnis und noch dazu für eine beachtliche Ersparnis.
Neben den herkömmlichen Apfel-, Kirsch-, und Birnenbäumen erfreut sich der ursprünglich aus China stammende Prunus Persica ebenfalls großer Beliebtheit in den Haus- und Kleingärten Deutschlands. Allerdings ist diese exotische Obstkultur sehr anspruchsvoll und benötigt viel Licht und Wärme. Da das Klima in Deutschland eher wechselhaft, meist feucht, sonnenarm und somit weniger gut geeignet für den empfindlichen Pfirsich ist, fällt er oft zum Opfer der gefürchteten Kräuselkrankheit und bringt dadurch viele Hobbygärtner manchmal sogar dauerhaft zur Verzweiflung. Wenn Du gesunde Pfirsichbäume in Deinem Garten haben möchtest, dann ist es ratsam, Dich erst einmal über diese hartnäckige, weit verbreitete Pilzerkrankung mit der frühesten Infektion gründlich zu informieren. Denn ein ausführliches Wissen darüber kann Dir helfen, die Kräuselkrankheit rechtzeitig vorzubeugen und schlagkräftig zu bekämpfen.

Krankheitserreger und Entwicklung der Infektion:
Da der Prunus Persica eine kurze Winterpause benötigt und sein Stoffwechsel früh im Jahr beginnt, schwellen die Knospen bereits im Spätwinter bei Temperaturen über 10 C˚an. Bei warmen und feuchten Wetterbedingungen besteht höchste Gefahr vor der Bläschen- und Kräuselkrankheit für die Pfirsichpflanzen.
Die Kräuselkrankheit an Pfirsichen wird durch den Schlauchpilz „Taphrina Deformans“ hervorgerufen. Die Pilzhyphen halten sich im Winter auf Zweigen, Rinderritzen und Knospenschuppen auf. Bei feuchten und warmen Winterphasen mit Temeraturen über 10 C˚ löst sich das Pilzmyzel in vielen Sprosszellen auf. Sobald die Knospen leicht anschwellen, kann der Schadpilz bei feuchter Witterung den Baum rasch infizieren. Wenn es regnet, geraten die Pilzsporen direkt in die leicht geöffneten Knospen und auf das noch nicht enfaltene Blattwerk und erkranken somit die Obstkultur.

Krankheit- Erscheinungsbild und Symptome:
Bildquelle: Erika Hartmann /
www.pixelio.de
Die Kräuselkrankheit wird erst im Frühjahr nach dem ersten Austrieb sichtbar. Wenn Dein Pfirsichbaum gelockte, blasige, dicke oder sogar rot gefärbte Blätter hat, wenn er nur wenige Blüten und Fruchtansätze bildet und die Früchte sogar abwirft, dann leidet er an der Kräuselkranheit, die beim feuchten, regnerischen Wetter zunehmend in Erscheinung tritt. Ein weiteres, auffälliges Symptom, das auf die Pilzerkrankung hindeutet, ist der weiße, samtartige Belag auf den erkrankten Blättern, der sich meist auf der Oberfläche und gelegentlich auf der Blattunterseite bildet.  Nachhinein verfärbt sich das erkrankte Laub von weißlich- grün bis kaminrot. Das Blattgewebe wird brüchig und die betroffenen Blätter fallen schließlich ab. Bei einem längeren und stärkeren Befall durch den Schlauchpilz können auch Zweige und sogar der ganze Pfirsichbaum absterben, weil die Kräuselkrankeit den lebenswichtigen Photosyntheseprozess des Prunus Persicas schwer beeinträchtigt und somit den kompletten Baum enorm schwächt. Dies führt zu einer Reduzierung der Blüten- und Früchtebildung.

Bildquelle: Lilo Kapp / www.pixelio.de
Tipps:
Wenn Du einen Pfirsichbaum in Deinem Garten anpflanzen möchtest, dann solltest Du lieber eine Sorte auswählen, die gegen die Bläschen- und Kräuselkrankheit resistent ist. Als widerstandsfähig gelten die folgenden Sorten: „Amsden“, „Roter Ellerstädter“, „Früher Alexander“, „Rekord von Alfter“, „Weinbergpfirsich“, „Fidelia“, „Benedicte“ und „Manon“. Meistens werden gelbfleischige Pfirsichsorten von der Kräuselkrankheit befallen. Auch Nektarinen- und Aprikosenbäume fallen oft zum Opfer dieser Pilzerkrankung.
Der Prunus Persica ist eine licht- und wärmebedürftige Obstkultur. Daher solltest Du für Deinen Pfirsichbaum einen sonnigen und luftigen Standort wählen. Eine sonnige und windoffene Lage im Garten fördert das schnelle Abtrocknen des Baumes nach Niederschlägen und reduziert somit die Infektionsgefahr vor der Kräuselkrankheit. Ein feuchter, schattiger Standort und zu dichte Baumkrone erhöhen das Risiko vor einer Schlauchpilzinfektion. Um die Pfirsichpflanze zusätzlich zu stärken, kannst Du einen organischen oder mineralischen Langzeitdünger verwenden. Grober Kompost um die Baumscheibe erhöht die Robustheit des Pfirsichs.

Fazit:
Wenn Du Dich als stolzer Besitzer eines Pfirsichbaumes zeigen möchtest und Dich einer reichen und gesunden Obsternte erfreuen willst, dann solltest Du Deinen Prunus Persica regelmäßig und fachgerecht pflegen, für eine rechtzeitige Vorbeugung und effektive Bekämpfung der Kräuselkrankheit sorgen. Wie Du den Schadpilz „Taphrina Deformans“ am besten bekämpfen könntest, erfährst Du hier.

                                                                                                                           Petia Ganeva 
                                                                                                                         

Verfrühung von Erdbeeren mit Abdeckvlies

Bildquelle: Nicole Groutars /www.pixelio.de
Wenn Du in Deinem Garten Erdbeeren wesentlich kostengünstiger verfrühen möchtest, dann ist die Abdeckung mit Vlies die richtige Variante für Dich. Durch die Verwendung von Abdeckvlies kannst Du bereits Anfang Mai vollreife Erdbeeren pflücken.

Erdbeerpflanzung:
Für den verfrühten Erdbeeranbau verwendet man meist Jungpflanzen und kein Saatgut. Die Grünpflanzen werden in der Regel als Dammkultur in Doppelreihe angepflanzt. Der Abstand von Pflanze zu Pflanze soll mindestens 25 cm. betragen. Auf diese Weise haben die Jungpflanzen genügend Platz zum Wachsen und die Früchte können besser reifen. Nach dem Pflanzen solltest Du die Erdbeerkulturen auf jeden Fall gießen. Jungpflanzen kannst Du in jedem landwirtschaftlichen Großbetrieb ganzjährig als getöpfte Waren oder als Frigopflanzen bekommen. Frigopflanzen sind Erdbeerjungkulturen, die größtenteils im Dezember gerodet, danach in einem speziellen Kühlraum aufbewahrt und für die Frühjahrspflanzung eingesetzt werden. Dabei solltest Du bedenken, dass der Erdbeerertrag bei einer Frühjahrspflanzung geringer als bei der Normalpflanzung ausfällt. Getöpfte oder eingefrorene Erdbeergrünpflanzen kannst Du auch bei „Bauer Würfl“ oder  bei „Karl's“ erhalten. Als Standartsorten für einen verfrühten Anbau mit Abdeckvlies gelten in erster Linie „Honeoye“, „Lambada“, „Elvira“, „Clery“, „Roxana“, „Alba“, „Antea“,  „Asia“ und „Elsanta“.  

Vliesabdeckung:
Bildquelle: kitty@net /
www.pixelio.de
Die Abdeckung mit Vlies erfolgt in der Regel Anfang Februar und bleibt bis zur Blütezeit der Erdbeerpflanzen. Du legst das Vlies über die Erdbeerkulturen auf und grabst die Folienränder in die Erde ein.  Bei der Erscheinung der ersten Blüten solltest Du das Abdeckvlies abnehmen, damit die Bienen die Erdbeerpflanzen ungehindert bestäuben können.
Auf Grund der verfrühten Entwicklung sind diese Erdbeerpflanzen generell kälteempfindlicher als die im herkömmlichen Anbau erzeugten Kulturen. Daher solltest Du bei Kälteeinbrüchen, Spätfrösten, längeren Kältephasen und häufigen Niederschlägen Deine Erdbeerpflanzen rechtzeitig mit Vlies abdecken. Wenn Du vergisst, bei ungüstigen Wetterbedingungen das Abdeckvlies über die Erdbeerkulturen aufzulegen, dann ist es möglich, dass die gewünschte Frühzeitigkeit der Erdbeerreife ausfällt. Möglicherweise  verkrüppeln oder sogar verschimmeln die Früchte.
In der Regel bleiben die Erdbeerpflanzen bis zur Entwicklung der Blüten mit dem Vlies abgedeckt. Die optimalen Temperaturen für die abgedeckten Erdbeerpflanzen liegen tagsüber bei etwa 20 C˚ bis 22 C˚ und in der Nacht bei etwa 8 C˚ bis 10 C˚. Bei Temperaturen ab 28 C˚ unter dem Abdeckvlies solltest Du lüften.
Es ist wichtig, bei Wetterveränderungen das Abdeckvlies rechtzeitig aufzulegen oder gegebenfalls abzunehmen, weil das Wachstum der Erdbeerpflanzen von den örtlichen Umgebungstemperaturen sehr abhängig ist.
Durch den Einsatz vonAbdeckvlies kannst Du eine Ernteverfrühung von mindestens 8 Tagen erreichen. Das Abdeckvlies kannst Du ab Mitte März durch eine Lochfolie ersetzen, da diese die Wärmezirkulation bei höheren Temperaturen besser unterstützt.

Bildquelle: Viola Kannemann /
www.pixelio.de
Erwerb & Gebrauch von Abdeckvlies:
Bei Gärtner Pötschke kannst Du Wachstumsfolien preiswert erwerben. Abdeckvlies in Größe  10 x 1,50 m. kostet nur € 4.95.  Das Vlies besteht aus witterungsbeständigem Polypropylen, begünstigt somit das Wachstum und ermöglicht eine optimale Ernteverfrühung von Erdbeeren.  Dieselbe Faserfolie kannst Du in den nächsten zwei Jahren problemlos benutzen, weil die praxisübliche Nutzungsdauer von Vlies etwa drei Jahre beträgt. Lochfolien sind  bei Gärtner Pötschke ebenfalls erhältlich. Dieses wachstumsfördernde Vlies besteht aus Polyäthylen. Es ist 40 Micron stark, 2 x 5m. groß und kostet nur € 5.95.  Die Lochfolie kannst Du bei Bedarf  auch als Abdeckung eines Minitunnels einsetzen.


Strohunterlegung:
Wenn Du zur Verfrühung von Erdbeeren kein Mulchvlies einsetzen möchtest, dann solltest Du unbedingt Stroh unter die Erdbeerpflanzen legen. Der untergelegte Stroh sorgt für Sauberhaltung der Früchte und reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten. Zum Unterlegen solltest Du lediglich Stroh und kein Heu verwenden, denn das Heu schimmelt schneller als der Stroh und kann somit leichter zur einer Pilzerkrankung der Erdbeerkulturen führen.

Fazit:
Die Verwendung von Abdeckvlies ist das kostengünstigste Anbauverfahren, das zur Frühzeitigkeit der Erdbeereife führt. Diese Anbaumethode ist zwar arbeitsaufwendig, aber sehr wirkungsvoll.


                                                                                                                            Petia Ganeva